Geschichte

Mein Großvater, Wilhelm Gerland, hat nach seiner Pensionierung als Fernmeldeoberwart bei der Post, mit dem Verkauf der Produkte der Fa. WELA begonnen.
Es muss ca. 1963 gewesen sein (genau weiß ich das leider nicht mehr), als er das erste Mal mit seinem alten Opel über Land fuhr und die Ware von Haus zu Haus verkaufte.
Er konnte damals auf seinen Kundenstamm aus der Zeit bei der Post zurückgreifen, denn vielen Haushalten hatte er damals einen Telefonanschluss ans Haus gelegt.
Ich ging damals noch nicht zur Schule und bin daher nicht selten mit Opa mitgefahren.
Wir wohnten damals in der Scharnhorststraße Nr.10 in Bückeburg. Dort war auch das Geschäft.
Aus Erzählungen meiner "älteren" Kundschaft habe ich erfahren, dass mein Großvater die Tätigkeit für WELA von einem Herrn Dettmer (Dettmers Vaddern) aus Müsingen übernommen hatte.

Mit einem kleinen Tisch und einem Sonnenschirm ging mein Großvater das erste Mal mit WELA zur Rintelner Messe. Meine Großmutter, Sophie Gerland, unterstützte ihn nach Kräften. Vielen älteren Bückeburgern ist sie noch bekannt aus der Zeit als sie eine Heißmangel betrieb.
Später wurde ein kleines Marktzelt angeschafft, bevor 1967 in den ersten Verkaufsanhänger investiert wurde. Mit diesem Verkaufsanhänger habe ich noch bis zum Jahr 1999 alle Märkte bestritten.
Anfang der siebziger Jahre kam ein zweiter Verkaufsanhänger dazu, da meine Großeltern auf dem Wiedensahler Martinimarkt mit zwei Ständen vertreten waren. Oftmals überschnitt sich auch der Rodenberger Martinimarkt mit dem Herbstmarkt in Bückeburg, als dieser noch von Samstag bis Dienstag dauerte.
1973 verstarb mein Opa und meine Oma führte die Verkaufstätigkeit mit Unterstützung meines anderen Großvaters, Ernst Brinkmann, dem Vater meiner Mutter, weiter. Um alles Andere, Auf- und Abbau des Verkaufswagens, Buchhaltung usw., kümmerte sich mein Vater. Wer meine Großmutter kannte, wird sich erinnern, dass sie immer in der Bückeburger Tracht im Verkaufswagen war. In dieser Zeit "musste" ich auch manches Mal mit Oma zum Markt. Lust hatte ich keine. Als ich 1986 meine Beratertätigkeit aufnahm, fuhr Oma noch ein- oder zweimal mit mir zum Markt. Es war unmöglich, ihr das zu verwehren. Später ließ ihr Gesundheitszustand das nicht mehr zu. Sie starb 2001 mit fast 98 Jahren.
Noch heute werde ich manchmal auf dem Markt auf meine Großeltern angesprochen mit der Frage:
"Hier war doch sonst immer eine ältere Dame in Tracht im Verkaufswagen?!"
Ja, aber das ist schon über 20 Jahre her.

Wilhelm Gerland                       Ernst Brinkmann und Sophie Gerland